Zum Inhalt springen
Blockfilme (Ltd. Block Box) von GFM - LP jetzt im Chapter ONE Shop
Blockfilme (Ltd. Block Box) von GFM - LP jetzt im Chapter ONE Shop
Blockfilme (Ltd. Block Box) von GFM - LP jetzt im Chapter ONE Shop
Blockfilme (Ltd. Block Box) von GFM - LP jetzt im Chapter ONE Shop
Blockfilme (Ltd. Block Box) von GFM - LP jetzt im Chapter ONE Shop
Blockfilme (Ltd. Block Box) von GFM - LP jetzt im Chapter ONE Shop
Blockfilme (Ltd. Block Box) von GFM - LP jetzt im Chapter ONE Shop

GFM Blockfilme (Ltd. Block Box)

Artikel Nr.: 127623
Erscheinungsdatum: 28.9.2018
Preis: 29,99
inkl. MwSt (ggf zzgl. Versandkosten)
zzz_loading_product_availability
Art: LP

»Den Bordstein erzählen lassen«, das ist die Vision von GFM. Sein Sound ist ungemütlich, die Aura flächendeckend bedrohlich. Dank seiner tiefen und mittels ihrer enormen Kraft biegsamen Stimme ist GFM jederzeit in der Lage, seine Skills vielseitig einzusetzen: Neben klassischem Boom-Bap-Straßensound versucht er sich gerne auch auf an modernen Dancehall angelehnten Vibe. Fast immer, und das ist wirklich erstaunlich, krönt er seine Tracks mit ungemein eingängigen Hooks, in denen er auch den Gesang nicht scheut. Ist sein Sound zumeist melodramatisch und bedrückend, schafft er es dennoch, auch tanzbare Tracks zu kreieren. GFM selbst findet, seine Musik sei »zu fresh für die traditionelle, steife Oldschool-Schiene, aber trotzdem zu hart und Oldschool für diese ganze Newschool-Scheiße«. Eine (wenn auch verkürzt formulierte) Tatsache, die sich nicht zuletzt durch seine eigene Geschichte herleiten lässt …

Furkan Maçka wird 1996 im nordrhein-westfälischen Duisburg geboren. Seine Eltern stammen aus der Türkei, sind als Gastarbeiter in den Ruhrpott gekommen und haben neben ihm noch zwei jüngere Töchter auf die Welt gebracht. Die Familie lebt im Stadtteil Rheinhausen, einem multikulturell geprägten Problemviertel im Duisburger Westen. Furkan passt sich der Selbstjustiz im sozialen Brennpunkt schon in jungen Jahren an, trägt schon früh ein Messer in der Tasche. Schon im Kindergarten wollen hier alle Gangster sein, weshalb er sich, lange bevor er das Schreiben zu lernen beginnt, als »Gangster Furkan Maçka«, kurz »GFM« figuriert.

Kaum beginnt die Schulzeit, eröffnet sich ein neuer Krisenherd: Furkan ist hyperaktiv und schreibt schlechte Noten, weshalb fast täglich Lehrer auf dem Haustelefon anrufen oder blaue Briefe in seinem Elternhaus einflattern. Er ist frustriert, fliegt mehrmals von Schulen und verbringt die Nachmittage auf der Straße, die ihm wiederum die ersten Probleme mit der Polizei beschert.

Als er in der sechsten Klasse ist, geschieht ein dramatischer Schicksalsschlag: Nachdem sein Vater als Reaktion auf heftige Drohgebärden der Konkurrenz seinen florierenden Obst- und Gemüseladen aufgegeben hat, verdient er sein Geld mit undankbaren Jobs auf Baustellen im Duisburger Raum. Dort wird er Opfer eines tragischen Arbeitsunfalls, der ihn mehrere Wochen ins Koma und für immer aus dem Berufsleben katapultiert. »An diesem Tag hat es bei mir Klick gemacht, da habe ich Wut auf Vater Staat entwickelt«, reflektiert Furkan heute. Diese Aussage ist im Angesicht der Ereignisse nachvollziehbar: Im Rechtsstreit mit der Unfallversicherung bekommt sein Vater trotz seiner Arbeitsunfähigkeit keine Leistungen zugesprochen, was die Familie schlagartig ans Existenzminimum drängt. Das Geld ist knapp und harte Jahre brechen an.

Ungefähr zur selben Zeit beginnt Furkan damit, Rap zu hören. Kurz nachdem ihm seine Cousins die ersten CDs von 2Pac und Biggie in die Hand drücken, sitzt er wie gebannt vor dem Fernseher und verschlingt die frühen Videoauskopplungen von Aggro Berlin, Bushido und Eko Fresh auf MTV und VIVA. HipHop gibt ihm die Identifikationsfläche, nach der er lange Jahre vergeblich gesucht hatte: »In der Gegend waren Stiche, Abschiebungen und Überfälle an der Tagesordnung. Ich fand es cool und faszinierend, wenn all diese Dinge auf Musik reflektiert wurden«, legt er aus heutiger Perspektive dar. Bald interessiert er sich nur noch für Rap, kauft Alben, die er am Computer hoch -und runterhört. Die Songs analysiert er akribisch, die Texte rappt er auswendig mit. Zunehmend stören ihn einzelne Ausdrucksweisen der großen Helden, was ihn dazu veranlasst, Textpassagen von Savas oder Azad umzuformulieren. Irgendwann sitzt er vor einem völlig leeren Textblatt: Inspiriert vom farblosen Setting seiner Hood ist er plötzlich selbst Rapper, schreibt sich den Frust von der Seele und nimmt erste Skizzen auf. Schon die ersten Tracks werden in Rheinhausen gefeiert.

Parallel dazu bricht Furkan die Schule ab, schuftet als Lagerarbeiter und müht sich im Callcenter ab. Er ist jetzt 18 Jahre alt. Gerade als wieder einmal ein Streit mit seiner Mutter ausbricht, die ihn anfleht, sich endlich einen Ausbildungsplatz zu suchen, ergibt sich schlagartig eine äußerst interessante Möglichkeit: Furkans Freund Syk erzählt ihm im Herbst 2016 von #Raptags, einem vom Rap-Label Chapter ONE ausgerichteten Newcomer-Contest. Furkan lässt sich nicht lange bitten, versucht sein Glück und schafft es prompt bis in die Finalrunde jenes Ausscheids. Obwohl er knapp am hoch dotierten ersten Platz vorbei schrammt, bekommt er über diesen Weg dennoch, wovon so viele junger Künstler träumen: Einen Plattenvertrag beim von seinem Auftreten schwer beeindruckten Major, der eigentlich nur für den Höchstplatzierten vorgesehen war. Er habe sich dort »trotzdem einfach reingedribbelt« erzählt Furkan heute mit einem Augenzwinkern.

Seither sind eineinhalb Jahre ins Land gegangen, in denen der Duisburger intensiv an seinem Debütalbum »Blockfilme« gebastelt hat. Am 14.09.2018 wird es nun endlich über Chapter ONE / Universal Music erscheinen. Furkan hat seine Vorstellungen und Visionen darin detailgenau, bestimmt und ehrgeizig umgesetzt, hat hart gearbeitet, ganze Überzeugungsarbeit geleistet und geradewegs große Namen ins Boot geholt. Um nur einige Beispiele zu nennen: Juh-Dee und Mesh haben produziert, Adopekid hat gelayoutet, Orkan Çe und Kilian Lamothe tragen die Verantwortung für die Videoproduktionen. Das ist für einen Newcomer eigentlich ungewöhnlich, nicht jedoch für einen »Dribbler« wie GFM